06.12.2016

Wohltemperierte, unsichtbare Leuchtfeuer

Beacons im Online Omnichannel-Marketing
Die Händler eröffnen damit einen sehr direkten und persönlichen Kommunikationskanal zu ihren Kundinnen und Kunden.

Eine kurze Anleitung für den erfolgreichen Einsatz von Beacons im Omnichannel-Marketing

Beacons (zu Deutsch: Leuchtfeuer) sind aktuell ein heißer Trend. Die kleinen Sender werden an neuralgischen Punkten in einem Shop angebracht und schicken relevante Contents an die Smartphones in der Umgebung, sofern diese entsprechende Beacon-Apps an Bord haben. Die Händler eröffnen damit einen sehr direkten und persönlichen Kommunikationskanal zu ihren Kundinnen und Kunden. Eben weil der so persönlich ist, müssen sich die Anbieter sehr genau überlegen, wie sie ihn einsetzen.

Das Smartphone ist immer griffbereit. Wir verwenden es, um private Nachrichten mit unseren Liebsten auszutauschen, aber auch beim Shoppen. Laut einer Studie von Google befragen 84 % der Smartphone-User ihr Gerät während des Einkaufens. Wer das Smartphone strategisch in den Shoppingprozess integrieren will, sollte sehr genau abwägen, wie das persönlichste aller Devices eingesetzt wird.

Weniger ist mehr
Die wichtigste Regel dabei ist, seine Kundinnen und Kunden nicht zu überfordern. Beacons, die an jeder Ecke mit Zusatzinfos und –Angeboten aufwarten, werden oft als Belästigung empfunden. In smarten Shops werden sie daher nur an sorgfältig ausgewählten Orten angebracht und in das Gesamterlebnis integriert. „Weniger ist mehr“ gilt auch für die Aufbereitung der Inhalte. Die Aufmerksamkeit der Kunden ist nicht primär auf das Smartphone gerichtet, sondern auf die Angebote vor Ort. Zusatzinfos am Smartphone sollten daher auf einen Blick erfassbar sein. Lange Texte, komplizierte Anleitungen für Rabattcodes oder ähnliches haben hier nichts verloren.

Relevanz, Relevanz, Relevanz
Ein Preisnachlass für die User von Beacon-Apps erfüllt natürlich alle Relevanzkriterien. Wer freut sich nicht über einen individuellen Rabatt? Gelungenes Marketing ist aber weit mehr als eine smarte Preispolitik. „Diese Schuhe hat George Clooney bei seinem letzten Besuch in Italien getragen“, „Uma Thurman kombiniert dieses Kleid gerne mit einem roten Schal“ –das sind Zusatzinformationen, die sich perfekt in den Kontext fügen, positiv wahrgenommen werden und zum Kauf anregen. Noch interessanter und relevanter wird es, wenn die Informationen der Beacons auf  die individuellen Vorlieben der User Bezug nehmen – etwa, indem sie an eine Einkaufsliste andocken, die in der App des Anbieters verwaltet wird.

Zielgruppe vergrößern
Beacon-Marketing ist ein sehr junger Trend. Um die Reichweite zu vergrößern, muss das neue Tool auf allen Kanälen beworben werden. Ob im Eingangsbereich des Shops, in der bestehenden Smartphone-App, oder auf der Website: Die wohltemperierten Leuchtfeuer müssen bekannt gemacht werden und mehr Sichtbarkeit erlangen. In den USA gibt es bereits eine engagierte Beacon-Community und mit thebeaconmap.com sogar schon eine eigene Landkarte, in der alle Locations erfasst sind, die Beacons verwenden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es solche Karten und Listen auch in Europa geben wird.