27.06.2017

Rekordausgaben im österreichischen E-Commerce 2017

Der Handelsverband und die Plattform „Versandhandel & E- Commerce” in Zusammenarbeit mit der KMU Forschung Austria präsentierten am 20. Juni 2017 die „E-Commerce-Studie Österreich 2017 – Konsumentenverhalten im Distanzhandel“. Für die Studie wurden im Analysezeitraum Mai 2016 bis April 2017 zweitausend ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren zu ihrem Kaufverhalten im Distanzhandel befragt, der neben dem Internethandel auch den klassischen Versandhandel und Teleshopping umfasste. Anhand der Studie zeigt sich ein Allzeit-Ausgabenhoch im Distanzhandel, ein verändertes Kaufverhalten bei Jung und Alt sowie ein anhaltender Trend zum Mobile-Commerce.

Der Distanzhandel boomt – Umsätze via Smartphones steigen stark an

Die  österreichischen Distanzhandelsausgaben erreichen mit 7,6 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Davon fallen 89 % auf den E-Commerce der mit 6,8 Milliarden Euro zu Buche schlägt. 530 Millionen Euro sind dem M-Commerce zuschreibbar, das ist der Umsatz via Smartphone, der einen Zuwachs von 25 % aufweist und sich zwischen 2012 und 2017 somit versechsfacht hat.

Vor allem postalische oder telefonische Bestellungen befinden sich im Sinkflug. So ist im Fünf-Jahresvergleich die Zahl der Online – ShopperInnen in Österreich um 24 % gestiegen, während die Zahl der VersandhandelskäuferInnen um – 37% zurück-gegangen ist. Selbst in der Generation 60+ hat Online-Shopping mittlerweile die telefonischen bzw. postalischen Bestellungen im Versandhandel überholt. Von den steigenden Gesamtausgaben im Analysezeitraum 2017 profitieren nahezu alle Warengruppen, mit Ausnahme von Möbeln und Einrichtungsgegenständen. Die höchsten Ausgaben werden im Distanzhandel weiterhin für Bekleidung und Textilien mit € 1,7 Milliarden Euro getätigt, gefolgt von Elektrogeräten mit € 1,1 Milliarden Euro.

Ausländische Shops weiterhin sehr umsatzstark

Grundsätzlich ist zwar die Zahl der KäuferInnen stagnierend, anderseits ist der Umsatz pro KäuferIn auf einen Rekord von 1550,- Euro/pro Jahr angestiegen. Der E-Commerce-Handel wird mit etwa 50 % über ausländische Shops abgewickelt. 13 % der österreichischen E-Commerce Käufer geben an, ausschließlich im Ausland zu kaufen. Damit geht der Zuwachs im E-Commerce auch mit einem verstärkten Kaufkraftabfluss einher. Viele ausländische Händler besitzen eine österreichische Internetadresse, womit viele E-Commerce-Käufer oftmals denken in Österreich gekauft zu haben, während sie tatsächlich bei einem Verkäufer mit ausländischem Firmensitz gekauft haben. Ebenso ist die Anzahl international konkurrenzfähiger Onlineshops in Österreich relativ gering.