06.12.2018

5 Technik-Trends, die bei Digital Signage zu beachten sind

Handel ist Wandel – ein Motto, das in der Branche Tradition hat. So wahr wie derzeit war es jedoch noch nie. Die digitale Transformation hat eine komplett neue Dynamik für den Point of Sale erzeugt. Sie ermöglicht nicht nur neue Betriebsformen, sie ändert auch die Art, wie wir shoppen. Innovative Lösungen fließen immer mehr in den Kaufprozess ein. Digital Signage, Gamification, Endless Aisle und viele mehr ermöglichen einen bis dato unbekannten Erlebniseinkauf im Shop. Aber wohin wird die Technik-Reise im Store gehen? Welche Trends im Umfeld von Digital Signage sind in den nächsten Jahren relevant? Daniel Dobler, CTO bei DMS, gibt einen kleinen Ausblick, womit in den nächsten Jahren am Point of Sale zu rechnen ist.

Zusammenspiel von Online und Offline: In den nächsten Jahre wird es zu einer Vernetzung von Digital-Signage-Medien mit Online-Angeboten kommen. Die Arten des Zusammenspiels sind dabei vielfältig. Der Kunde kann beispielsweise vor Ort über ein „Virtual Shelf“ (ein virtuelles Regal) das komplette Sortiment im Shop einsehen. Wenn das gewünschte Produkt nicht vorrätig ist, bekommt er seine Bestellung auf das Smartphone geschickt. Den Kauf kann er später mit dem zugeschickten Barcode auf seinem Handy vom In-Store-Locker, Stichwort „Vending“, oder in einem anderen Store abholen. Das Smartphone dient zur Authentifizierung im Shop. Andererseits kann das Kunden-Handy genutzt werden, um Nachrichten zu pushen und Interaktionen zu starten. Über so genannte Beacons können automatisch Informationen oder Angebote auf das Smartphone des Kunden übermittelt werden – und zwar nur, wenn er im Store ist. Dafür muss jedoch generell Bluetooth aktiviert und eine eigene App installiert sein.

Interaktivität: Dieser Trend schließt nicht nur klassische Touch- oder Multitouch-Lösungen, sondern auch die Sensorik mit ein. „Lift and Learn“ ist dafür eine klassische Anwendung. Indem Sensortechnik, etwa RFID, in einem Produkt integriert wird, kann der Kunde über Digital Signage weitere Produktinformationen abrufen, zwei Produkte miteinander vergleichen oder diese auch gleich bestellen. Dazu muss der Kunde das Produkt nur an einer gewissen Position platzieren. Schon kann er über den Screen weiter in die „Produkttiefe“ gehen.

4K/8K: 4K steht für eine vierfach höhere Auflösung als FullHD. Besonders bei Größen ab 65 Zoll wirken Screens bei Bespielung mit FullHD pixelig. Bei der Video- oder Animationsproduktion ist 4K schon länger möglich. Ein Problem war bisher jedoch die Wiedergabe. Die Player waren noch nicht in der Lage, 4K in gewünschter Qualität abzuspielen. Hinzu kam die Signalübertragung vom Player, der meistens in einem Technikraum untergebracht ist, bei Digital Signage als weitere Hürde. Für beide Aspekte gibt es nun gute Lösungen zu einem sinnvollen Preis-Leistungs-Verhältnis. 4K wird sich somit in den nächsten Jahren in der Praxis durchsetzen, bevor dann 8K auch den breiten Markt erfassen wird. Bei dieser nächsten Evolutionsstufe der Screen-Auflösung gibt es derzeit erst ein paar Prototypen.

Analytics/Audience Measurement: Digital Signage kann Auskunft über den Betrachter bzw. Kunden geben. Dabei geht es über Fragen zu Werbezwecken – etwa „Wie lange wird der Content angesehen?“ – hinaus. Die Technik kann zum Beispiel das Alter oder das Geschlecht eines Kunden erkennen. Dabei geht es auch um die Messung von ausgewählten Kenngrößen wie der Frequenz in einzelnen Shop-Bereichen oder von Warteschlangen vor der Kassa. Hier wird es zu einer verstärkten Vernetzung von Messpunkten im Shop kommen, um das Kundenverhalten besser verstehen zu können. Dabei werden die Daten anonymisiert aufgezeichnet, die Messungen gehen bei Einhaltung gewisser Maßnahmen mit dem Datenschutz konform. Mit den gewonnenen Informationen könnte man wiederum den Content von Digital Signage steuern. Wenn weniger Menschen in der Filiale sind, wird ein anderer Content ausgespielt als bei einer geringeren Kundenfrequenz. Oder es wird geschlechtsspezifischer Content gezeigt, etwa wenn mehr Männer einkaufen.

LED-Walls im Shop-Bereich: Multiscreen-Walls werden immer mehr durch LED-Lösungen ersetzt. Der Grund: LED können nun auch bei der Auflösung und dem Preis-Leistungs-Verhältnis mithalten. Sie haben den Vorteil, dass man keine Stege mehr sieht und sehr große Flächen umsetzen kann. LED-Lösungen wurden bisher vor allem für Videowalls, etwa beim Public Viewing eingesetzt. Auf Grund der großen Distanz zum Screen störte dabei die bis dato grobe Auflösung nicht. Im Shop-Bereich sind die Betrachter jedoch deutlich näher dran. Nun ist man bei der Qualität der Auflösung in einem Bereich angekommen, der auch am PoS leistbar ist. Hinzu kommt, dass LED sehr, sehr hell sind. Und Helligkeit – und damit Aufmerksamkeit – ist zum Beispiel im Schaufensterbereich immer ein Thema.

Fotocredit (c) Fotolia